Das „Auenland“ kehrt zurück

In den Herbstferien wird in Barmstedt wieder die Kinderstadt durchgeführt

Nicole Wollschlaeger

Barmstedt Wie funktioniert eigentlich unsere Demokratie? Eine Frage, die in diesen Zeiten wichtiger denn je erscheint und der Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren in Barmstedt auf den Grund gehen können. Nach einer mehrjährigen Pause kehrt die Ferienaktion „Auenland“ zurück. In der ersten Woche der Herbstferien vom 12. bis 16. Oktober verwandelt sich das Gelände der Gottfried-Semper-Schule in eine lebendige Stadt, die von Kindern gestaltet, betrieben und regiert wird.
Im „Auenland 6.0“ können die Kinder erleben, wie Demokratie, Verantwortung und Gemeinschaft funktionieren. In dem fünftägigen Projekt suchen sich die Teilnehmenden auf dem „Arbeitsamt“ täglich einen geeigneten „Arbeitsplatz“ aus. Ob sie beispielsweise als Bäcker, Schneider, Polizist oder Handwerker arbeiten möchten, entscheiden sie selbst.
Die vielen „Betriebe“ werden von erwachsenen Ehrenamtlichen begleitet. Mit ihrem „Verdienst“, den die Kinder in der stadteigenen Währung „Aue“ erhalten, können sie Waren auf dem „Markt“ kaufen oder auch andere Dienstleistungen für die Freizeitgestaltung in Anspruch nehmen.
Die Idee dieses Projekts, das vom Landesbeauftragten für politische Bildung Schleswig-Holstein unterstützt wird, wiederzubeleben, stammt aus den Reihen ehemaliger Eltern des Kindergartens Rasselbande. Zuletzt hatte es diese Aktion im Jahr 2019 gegeben. 2021 und 2022 war sie wegen der Auswirkungen der Coronapandemie abgesagt worden.
Die Kinder imitieren den Alltag der Erwachsenen, indem sie ihre eigenen Regeln und Vorstellungen verwirklichen können. Und wie im „echten Leben“ müssen natürlich alle ihre Steuern beim „Finanzamt“ abführen. Davon werden die städtischen Aufgaben wie Müllabfuhr, Reinigung oder die Vergütung der demokratisch gewählten Parlamentarier und des Bürgermeisters oder der Bürgermeisterin finanziert. Täglich stattfindende öffentliche Stadtversammlungen geben jedem Kind die Möglichkeit, sich einzubringen und die Stadt aktiv mitzugestalten.
Die Vorbereitungen für die 6. Barmstedter Kinderstadt sind bereits in vollem Gange. Um das kommunale Gemeinschaftsleben mit eigenem Geld, Geschäften, Berufen zu ermöglichen, benötigen die Organisatoren des Vereins Rasselbande noch Unterstützung. Dafür werden Handwerker, Hobbybastler, Vereine, Betriebe und engagierte Menschen gesucht, die Lust haben, als „Arbeitgeber“ zu fungieren. Wobei das fachliche Wissen keine übergeordnete Rolle spielt. Die Organisatoren versichern: „Interesse und Neugier reichen völlig!“ Auch Jugendliche im Alter zwischen 14 und 24 Jahren können als Betreuer für die Kindergruppen mitmachen.
Ziel ist neben dem Spaß, dass die Kinder nicht nur etwas über das Zusammenleben lernen, sondern auch, wie demokratische Prozesse funktionieren und wie gemeinschaftliche Entscheidungen getroffen werden.
Zusätzlich bietet dieses Projekt regionalen Handwerksbetrieben und Unternehmen die Möglichkeit, sich im „Auenland“ als Arbeitgeber zu präsentieren. Ein niedrigschwelliger Kontakt zwischen Kindern und lokalen Arbeitgebern soll dabei ermöglicht werden. Begleitet wird die Woche vom eigens komponierten „Auenlandlied“.
Die Anmeldung für Kinder zwischen acht und zwölf Jahren findet am Samstag, 18. April , im Rathaus statt.

Helfer und „Arbeitgeber“ gesucht

Jugendliche im Alter von circa 14 bis 24 Jahren, die als Betreuer für die Kindergruppen mitmachen möchten, melden sich bitte per E-Mail an betreuer@kinderstadt-barmstedt.de. Erwachsene, die als „Arbeitgeber“ teilnehmen möchten, kontaktieren die Organisatoren unter arbeitgeber@kinderstadt-barmstedt.de. Allgemeine Fragen werden telefonisch unter 04123 959536 oder per Mail an info@kinderstadt-barmstedt.de beantwortet.